Eurowings Erfahrung Oktober 2018

Beim letzten Trip im Oktober diesen Jahres haben wir beschlossen, einmal Eurowings zu testen.

480 Euro für den Roundtrip. Bei beiden Flügen konnte ich Plätze an den Notausgängen auswählen und das sogar ohne Aufpreis. Günstiger kommt man nicht nach Las Vegas, insbesondere nicht direkt und schon gar nicht von München aus.

Der 4. Oktober, der Tag unserer Abreise war gekommen. Noch zuhause erhielten wir die erste SMS. Statt 14:25 Uhr sollten wir erst um 16:00 Uhr starten. Die Check-In Zeiten sollen aber die gleichen bleiben. Also 1,5 Stunden länger am Flughafen Zeit tot schlagen. Am Flughafen erst einmal einchecken und dann ausgiebig Weißwurst Frühstück bei Airbräu (übrigens sehr zu empfehlen).
Security, Passkontrolle, bummeln in den Duty Free Läden. Nächste SMS.
Abflug verspätet sich auf 14:25 Uhr. Wie bitte? das ist ja in 20 Minuten! Ab zum Gate!
Aber moment mal… da steht ja 5.10.! Richtig gelesen. Der Flug sollte mit 24 stündiger Verspätung starten.
Also ab zum Eurowings Schalter. Bekommen haben wir einen Wisch auf der die Verspätung schriftlich festgehalten wurde und eine Servicenummer von Eurowings.
Wer ein Hotel und Verpflegung braucht muss sich bei Lufthansa anstellen. Da bei Lufthansa locker 200 Menschen in der Schlange standen, buchte ich telefonisch unsere Hotels und unseren Mietwagen um und wir fuhren nach Hause.

Am Tag darauf also wieder zum Flughafen. Bereits am Gate sitzend wurde uns eine weitere Verspätung mitgeteilt. Ohne genaue Zeitangabe. Langsam drohte die Stimmung am Gate zu kippen. Nun mussten wir uns alle nochmal anstellen um uns neue Tickets zu holen. Über eine Stunde später fand dann das Boarding statt. Höhnischer Applaus bei den Passagieren.

Ständig laufen Mitarbeiter des Flughafens rein und raus aus dem Cockpit. Laut unserer sehr netten Flugbegleiterin “haben die mal wieder mit den Papieren geschlampt”. Nach einer weiteren halben Stunde warten im Flugzeug starteten wir dann mit über 27 Stunden Verspätung. Bei einem Trip, der ohnehin nur 7 Tage dauern soll natürlich ein riesen Ärgernis.

Aber leider war das noch nicht alles. Der Rückflug sollte sich als mindestens genau so katastrophal herausstellen.

Doch zunächst zum Flug selbst
Wir hatten sehr früh gebucht und darum konnten wir bei beiden Flügen Plätze am Notausgang ergattern. Hier hat man wirklich enorme Beinfreiheit. Der Tisch ist variabel klappbar, so kann man ihn auch im herausgeklappten Zustand “halbieren”, was sich spätestens dann als praktisch herausstellt wenn man aufstehen will. Wenn man schlank genug ist, kann man nämlich den Tisch herausgeklappt lassen und zb. zur Toilette gehen.

Das Entertainment System ist intuitiv, sehr einfach zu bedienen und bietet eine ordentliche Auswahl an Filmen, Serien und Spielen. Dieses System hat mir wirklich sehr gut gefallen und wegen der enormen Verspätung war es sogar kostenfrei, als kleine Entschuldigung von Eurowings.
Generell hinterlassen die Airbus die Eurowings auf Langstrecken einsetzt einen durchweg positiven Eindruck. Für eine Billig-Airline wird hier durchaus guter Komfort und angenehmes Reisen geboten.

Das Essen war grausam, anders kann man es leider nicht ausdrücken. Das einzig genießbare war ein Sandwich mit getrockneten Tomaten, das ich mir im Menu zusammen mit einer kleinen Plastikflasche Rotwein noch extra dazu gegönnt habe.

Nach einer kurzen Woche in Las Vegas, in der ich einige Recherche für den Blog betreiben konnte sollte es wieder nach Hause gehen.
Ich kürze die Geschichte wie folgt ab: Flugzeug kaputt, Abholung am Flughafen, eine Nacht im Orleans (Off Strip) auf Kosten von Eurowings. 
Diesmal sollte der Flug allerdings komplett ausfallen und Eurowings hielt es nicht für nötig uns über Alternativen zu informieren. 
Einziger Ansprechpartner im Orleans war ein Reiseleiter mit einer Eurowings Mappe. Dieser sprach kein einziges Wort Deutsch, so machte ich mich als Übersetzer verdient und half einigen deutschen Passagieren weiter. Die Passagiere die bei Lufthansa gebucht hatten wurden sofort umgebucht, einige haben das Hotel sogar sofort wieder verlassen, andere wurden am Tag darauf abgeholt.
Hierzu die Aussage des Reiseleiters: “Wenn sie bei Eurowings gebucht haben, müssen Sie selbst aktiv werden und dort anrufen. Lufhansa Passagiere haben es da besser“.
Also rief ich Eurowings an, die noch nicht einmal wussten dass mein Flug storniert wurde. Drei weitere male musste ich anrufen, bis ich einen Rückruf erhielt. Und hier wurde es nun tatsächlich lustig und ich bekam sofort bessere Laune.
EW: “Haben Sie die Möglichkeit ab LA zu fliegen”?
Ich: “Na klar. Aber wie komme ich nach LA”?
EW: “Sie können sich ja einen Mietwagen nehmen, dann sind sie in einer guten Stunde in LA. Die Rechnung reichen Sie dann einfach bei uns ein”.
Ich: “Entschuldigung, aber in einer Stunde komme ich vielleicht mit dem Hubschrauber nach LA. Mit dem Auto brauche ich da mit Glück 5 Stunden, ich kenne die Strecke”.
Nun war erst mal Totenstille und ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen.
Doch egal, gegen einen kleinen Road Trip an die Küste hatte ich generell nichts einzuwenden und beim Online Check In auf der Lufthansa Seite (ja, wir wurden auf Lufthansa umgebucht) machte ich die freudige Entdeckung, dass wir mit einem A380 von LA Nonstop nach München fliegen werden.
Also sind wir auf eigene Kosten mit dem Taxi zum Mietwagencenter gefahren, haben dort ebenfalls auf eigene Kosten fast 350 Dollar für den Wagen bezahlt (wenn man dort ankommt und sagt ich brauche sofort ein Auto zur Oneway Miete, haben sie einen natürlich am Wickel) und los gings im Chevi Cruz nach LA.

Zuhause angekommen per Email und Einschreiben alles bei Eurowings eingereicht, inklusive der 600 Euro pro Person und Flug wegen der Verspätung.
In der automatischen Email von Eurowings stand geschrieben, bis zu 6 Wochen sollte die Antwort auf sich warten lassen. Und nun ratet mal. Nach nunmehr 14 Wochen habe ich noch kein Geld, noch nicht einmal das Geld das ich für Eurowings bisher ausgelegt habe.
4 Monate nach Einreichung habe ich -leider nur auf dem gerichtlichen Weg- meine Entschädigung nun erhalten.
Was soll man dazu sagen? Flüge können mal ausfallen. Das passiert den besten Airlines. Jeder macht mal Fehler und jedes Flugzeug kann mal wegen einem technischen Defekt liegen bleiben.
Was aber absolut nicht akzeptierbar ist, ist eine Reklamationsbearbeitung, die Wochen und Monate auf eine Antwort warten lässt. 

UPDATE: 
Am 5. Februar, also knapp 4 Monate nach unserem Trip kam das Geld von Eurowings. 1.200 Euro pro Passagier, plus unsere Auslagen und Anwaltskosten hatte Eurowings zu bezahlen.
So waren zwar Großteile des Trips für uns bezahlt, dennoch überwiegt der Ärger den wir mit den Flügen hatten.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Eurowings gemacht? Dann schreibt mir doch gerne in die Kommentare!

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